Liebesbriefe

Schreibt mehr Liebesbriefe! So ganz echte, authentische per Hand, auf Papier!

Das dachte ich mir zumindest, als ich diese Woche staunend vor diesem gelben Postkasten stand:

Die Wahrheit ist aber: Heutzutage, in Zeiten von Facebook, Tinder und WhatsApp sind handgeschriebene Liebesbriefe auch nicht mehr so der Renner. Manchmal überfordern sie den Empfänger auch total – so ging es mir jedenfalls, als ich vor 1 1/2 Jahren tatsächlich einen Liebesbrief schrieb.

Drei Seiten lang ließ ich mich über meine Gefühlswelt aus – und was war der Dank? Der Kerl bekam fast einen Herzinfarkt vor Schreck, als er das Wort „Liebe“ las, versteckte sich einige Tage hinter dem nächsten Busch und als er wieder hervorkam, ja da… ignorierte er meinen Brief einfach 🙁

Ich beschloss, nie wieder einen Liebesbrief zu schreiben. Und nie mehr auch nur das Reizwort „Liebe“ in den Mund zu nehmen. Vermutlich tat ich gut daran, denn als ich zum nächsten Kerl, als sich dieser bei einem Wortgeplänkel über mich lustig machte, im Spaß sagte: „jaja, ich hab Dich auch lieb!“, bekam der auch gleich wieder große Augen und hegte Fluchtgedanken.

Fragt sich: Woran liegt es, dass Männer neuerdings mit Panik auf das Wort „Liebe“ reagieren? Daran, dass andere Worte folgen könnten – wie Verantwortung, Verbindlichkeit, Kompromisse? Oder ist es nur so, dass zu viele schlechte Erfahrungen dazu führen, dass Mauern aufgebaut und Gefühle nicht zugelassen werden? Ein übler Brainfuck, wie man heutzutage so sagen würde? Wenn es wirklich so ist, dann sind diejenigen gesegnet, die nie den Glauben an die Liebe verlieren und sie nicht nur zulassen, sondern auch aussprechen können. Und genau deswegen:

Schreibt mehr Liebesbriefe! So ganz echte, authentische per Hand, auf Papier!

 

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