Prosit Neujahr

Den möchte ich mal sehen, der eine Biene bleigießt.

(Benjamin von Stuckrad-Barre)

Prosit Neujahr

Jürgen Laufer, Ladies Night | Some rights reserved. Quelle: piqs.de

Das Gute an Silvester ist ja, dass Champagner einfach dazu gehört. Das Schlechte daran: Wieder ist ein Jahr vorbei und wieder fragt man sich, wie das Jahr eigentlich gelaufen ist.

War es erfolgreich, war es gut oder kann es einfach nur weg?

Ich kann dieses Mal sagen: Ja, es war ein gutes Jahr. Es gab gesundheitliche Up und Downs, aber alles in allem keine großen Katastrophen. Ich habe viel erlebt, viel Neues kennengelernt und eigene Projekte auf den Weg gebracht. Ich hatte Spaß, ich hatte Kummer, aber letztendlich bin ich zufrieden. Und wenn ich auch nicht alle guten Vorsätze eingehalten habe, so habe ich doch viel geschafft.

Was die Silvesternacht angeht, so halte ich es mit Benjamin von Stuckrad-BarreBad vibes:

Das Tolle an einem lauten Großstadtgebänge an Silvester ist ja, daß der dramaturgische Verlauf vollkommen festgezurrt ist – bis halb zwölf MUSS man einfach durch sein mit dem ganzen Schrott:

– Bleigießen (mit einem Superdeutungskatalog: etwa “Biene=schlaues Handeln führt zum Erfolg”. Erstens: Den möchte ich mal sehen, der eine Biene bleigießt, und zweitens, wo hat man sowas schon gehört, dass schlaues Handeln zum Erfolg führt, bislang war man ja fest davon ausgegangen, dass zum Erfolg dummes Handeln dringend erforderlich ist.)

– “Dinner for one” gucken; wenn der Haushalt des Gastgebers verkabelt ist, dann gerne auch mehrmals, alle sprechen mit, kreischen & rufen ACHTUNG, bevor der Mann stolpert, vor allem, wenn er zum Schluss dann NICHT stolpert, und erzählen von früher. Beliebt sind auch Versuche, alle am Dinner Beteiligten aufzuführen. Kreisch, Kreisch: Miss Sophie, James, Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr. Pommeroy, Mr. Winterbottom. Puh. Dann immer

– Fondue oder Raclette mindestens, sonst die Höchststrafe: Hawaii Toast

– Unerlässlich auch das zügellose Mampfen sogenannter Berliner Krapfen. Da essen normale Menschen an einem Silvesterabend gerne mal 6 Stück und keuchen dann immer noch gierig “Ich hatte noch gar keinen mit Aprikose!” Mir wird immer schon beim ersten schlecht, meist noch ehe ich mir die Füllung auf die Hose gekleckert habe

– Dieses Spiel, dessen Namen ich jetzt vergessen habe, der differiert auch regional sehr stark, ich glaube, in Nordrhein-Westfalen heißt es KIEKS oder so. Da gibt es ein Tablett mit lauter Schrottgeschenken drauf, die sich während eines Jahres angesammelt haben oder die man morgens noch schnell gekauft hat in der Wühlkiste des Warenhauses, in dem man nämlich Sekt und DOCH NOCH KNALLER gekauft hat.

Zu Knallern – auch hier fächert die Föderation sich auf in eine babylonische Begriffsvielfalt – zu Knallern kann man ohne weiteres auch sagen:
– Böller
– Knallkörper
– Feuerwerkskörper (Fachterminus, wird sowohl von der herstellenden Industrie als auch vom BKA verwandt, wenn es mal zu laut gekracht hat.)
– Chinakracher und so. Und natürlich die Hitsingle aus deutschen Pädagogenhaushalten:
– Nein, bei uns immer nur Wunderkerzen.

Auf 2016! Bleiben Sie mir gewogen!

Übrigens: Wenn Sie an Silvester exclusiv auf das Neue Jahr anstoßen möchten, kommt nur ein Champagner in Frage: La Grand Année von Bollinger*.
La Grande Année ist die Cuvée de Prestige von Champagne Bollinger und wird nur in besonderen Jahren produziert, wenn bei der Weinlese optimale Bedingungen gegeben sind.

In diesem Sinne: Santé!


*Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links.



Sharing is caring!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.