Trost

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Bild: AnyD / pixabay.com

Champagner kann viel: Ein Gefühl von Luxus geben. Beschwingen. Laune machen. Aber eins kann er nicht – trösten. Nun bin ich ja ein Anhänger des sorglosen Lebens und muss nicht oft getröstet werden, aber manchmal kommt es, wie es nun mal kommt und zwar knüppeldick. Was tun?

Wie schön, wenn sich in dieser Situation ein „Freund“ via WhatsApp meldet und fragt, wie es denn so geht. Schlecht, sage ich. Richtig schlecht. Ach so? Niemand da, der sich um Dich kümmert? Ehm, nein. Es ist mitten in der Nacht und ich sollte eigentlich schlafen.
Was folgte, war: Das sprichwörtliche Schweigen im Walde. Und zwar wochenlang. Hallo, Du Armleuchter? Ich erwarte nicht viel, aber sowas wie: Kann ich helfen, willst Du reden, wird schon wieder… würde es ja grad mal tun.
Egal. Abgehakt! Sind wir mal ehrlich: Das braucht Mensch so dringend wie eine abgestandene Flasche Champagner.

Umso erstaunter war ich gestern, als ich einen extrem schlechten Tag gezogen hatte und zu allem Überfluss beim TÜV durchgefallen bin. Ich lief also blendend gelaunt in der Werkstatt meines Vertrauens ein und pfefferte den Prüfbericht auf den Tisch. „Da!!!“
Der Mechaniker lachte und versuchte mir die Reparatur sehr charmant schmackhaft zu machen. Als er mir jedoch den Kostenvoranschlag unter die Nase hielt, fing ich umgehend an, in den nächsten Eimer zu weinen. Natürlich ging es nicht um die Reparatur oder das Geld, sondern um meine angeschlagenen Nerven, die nicht mehr mitmachten.

Und dieser Mensch, den ich kaum kenne, tat genau das Richtige: Er hielt mir seine Schulter hin, frei nach dem Motto: Ist nicht mein Lieblingshemd!, hörte sich mein Leid an, brachte mir Schnaps und tätschelte mich so lang, bis sich die Wolken verzogen hatten. Und als ich ihm heute mein Auto brachte, gab es sogar ein Frühstück. Nur für mich.

Darauf ein Glas Champagner, darauf, dass auch solche Menschen (noch) gibt, die das Leben wieder lebenswerter machen. Santé! Und danke Dir. Den Rest schaffe ich wieder allein.

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