Die erste Probe

Und dann ist es so weit, die erste Probe zu “Der Name der Rose”, diesen Sommer auf dem Münsterplatz, steht an. Ich bin ein wenig aufgeregt, da ich mich nach wie vor für den untalentiertesten Statisten ever halte und keinerlei Erfahrung mit Theater, Bühne etc. habe.
Aber nu: Wat mutt, dat mutt.

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Bretter, die die Welt bedeuten?

Bei der Einführung erfahre ich, dass ich gar keine Statistin bin, sondern mich hiermit offiziell als Schauspielerin bezeichnen darf. Ha! Und zwar spiele ich “einen Schutzenbogen”.
Ehm, what? 😉
OK: Das ist dann wohl als Bogenschütze zu verstehen. Doppel Ha!

Leider erspart mir das nicht den Ausdruckstanz: Zwei Stunden lang hüpfen wir im Kreis und versuchen, sämtliche Gefühle dieser Welt in Bewegung darzustellen. Angst, Kälte, Freude, Wut… Himmel hilf. Ich bin etwas erstaunt, wie motiviert die anderen an die Sache gehen und versuche, möglichst wenig mit den Augen zu rollen. Jedenfalls: So viel bewegt habe ich mich seit den Bundesjugendspielen nicht mehr.

Es folgt ein merkwürdiges Experiment, bei dem man Selbstvertrauen gewinnen soll und so werde ich mit geschlossenen Augen von sämtlichen Statisten, pardon, den anderen Schauspielern, betatscht, die sich dann überlegen dürfen, ob sie zusammen mit mir weitergehen wollen oder nicht. Hö?
So nahe dran, jemanden vors Schienbein zu treten, war ich auch selten. Als ich die Augen wieder aufmache, habe ich eine ganze Meute an mir hängen und klaube erstmal einen kleinen Kerl aus meiner Achselhöhle. Orrr.

Die nette 70jährige (grob geschätzt!), die schon bei einigen Aufführungen mitgemacht hat, tanzt mittlerweile im Unterhemdchen. Ich denke auch kurz darüber nach, meinen Pulli auszuziehen, verwerfe den Gedanken aber schnell wieder, als mir einfällt, was ich drunter trage. Spitzen-BH und so 😉 Stattdessen schwitze ich und habe keine Lust mehr.

Tada, meine Gebete werden erhört. Nach dem elendig langen Formationstanz (wieee schwer kann es eigentlich sein, sich 4 Schritte und eine Kurve zu merken?)  ist der körperlich anstrengende Teil der Probe beendet und ich lehne mich entspannt zurück. Es erscheint: Der Mann am Klavier. Ha! Als wenn Bogenschützen singen müssten.

Sie ahnen es schon: Sie müssen. Ich melde mich eilig für die Frauen-Alt-Stimme, gemeinsam mit 4 anderen – darunter die Arzthelferin von “meinem” langjährigen zuständigen Arzt – und sehe ungläubig auf ein Notenblatt mit Text auf Latein. Srsly? Es stellt sich glücklicherweise heraus, das wir nur Du-Du-Du-Du singen müssen und das klappt auch ganz gut, zumindest bis die zwei anderen Stimmen dazu kommen. Dann hat die gesammelte Frauen-Alt-Stimme keinen Plan mehr, was sie singen soll und ich lache kurz in ein Kissen.

Als Resumée kann ich sagen: Die Zeit bei der 1. Probe ist wahnsinnig schnell vergangen und ich habe viele neue Erfahrungen gemacht. Und ja, einiges hat auch Spaß gemacht. Das ist allerdings nicht der Grund, warum ich mich ungemein auf die nächsten Proben freue 😉 Aber mehr davon in den nächsten Wochen.

Stay tuned!

Der Name der Rose | Freilichtbühne Münsterplatz



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