Seifenblasen und Zahlen

Wer mich kennt, weiß, dass es mit meinem Gedächtnis nicht weit her ist, insbesondere dann, wenn man auf eine Weisst-Du-noch-Frage eine schnelle Antwort erwartet. Das liegt nicht daran, dass ich besonders verkalkt bin, sondern dass ich seit langem alle Informationen gezielt verarbeite, damit mich die Menge nicht überfordert.

Soll heißen: Ich ordne alle Informationen umgehend in Kategorien ein (zum Beispiel: Wichtig, weniger wichtig, unwichtig) und lege sie dann in einer entsprechenden Schublade ab. Nun kann es bei dieser Methode leider ein wenig dauern, bis ich Informationen wiederfinde, aber hey, ich bin auch nicht beim Schnelldenken angemeldet.

Manches lege ich auch gar nicht ab, weil es mir zu unwichtig erscheint. Oder ich schalte einfach in den Ohr-rein-Ohr-raus-Modus. Und was das Kurzzeitgedächtnis angeht, so arbeitet es leider nach der Kelly-Bundy-Methode: 20 Informationen haben Platz, fällt danach oben eine neue rein, fällt unten wieder eine raus.

Ganz anders sieht es jedoch bei Zahlen aus: Die sprechen zu mir, und deswegen vergesse ich sie auch nie (an dieser Stelle möchte ich noch kurz erwähnen, dass ich nicht durchgeknallt bin, sondern Informatikern 😉 Also eben, mit Zahlen klappt bei mir alles tiptop.

In der Praxis sieht das so aus, dass man mich lange bitten kann, Spülmittel vom Einkaufen mitzubringen – wird als unwichtig eingeordnet und von daher ziemlich sicher vergessen. Der Workaround sähe so aus, mich einfach zu fragen, welche Zahl das Spülmittel ist. Nun, es ist die 9. Und wenn man mich bittet, den Rest des Tages an die 9 zu denken, kann man froh davon ausgehen, dass ich mit Spüli daherkomme. Hört sich komisch an? Ist es natürlich auch. Aber was will man machen, Menschen sind so!

Worauf ich eigentlich hinaus will: Ich bin nicht nur mit konkreten Zahlen gut, sondern auch mit Erinnerungen an ein bestimmtes Datum. Wenn einschneidende Dinge passieren, vergesse ich dieses Datum nie mehr. So weiß ich zum Beispiel ganz genau, was am 14.4.2016 passiert ist und wie ich mich dabei gefühlt habe.

Und heute war wieder so ein Tag. Heute, am 6.3.2017 und ich nenne ihn der Tag der Seifenblase. Eigentlich ist nicht viel passiert, aber es war elementar wichtig für mich.

Sie sehen mich glücklich. Und dieses Gefühl ordne ich als „sehr wichtig“ ein.

 

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