BlaBlaCar und der Datenschutz

Seit letztem Jahr erfreut uns BlaBlaCar mit einer Buchungsgebühr,  die mich so weit nicht wirklich stört. Wesentlich mehr stören mich die damit einhergehenden Begleiterscheinungen, nämlich Zensur, Rückgang der Angebote und vor allem: Ein verkompliziertes Buchungssystem, das Mitfahrern nullkommagarnix bringt.

Immerhin sagte BBC bisher zu, dass persönliche Daten nicht weitergegeben werden und bestätigte das auch gerne in zahlreichen Posts, genau wie die Tatsache, dass keine Werbung geschaltet wird:

Nicht, dass ich besonderes Vertrauen in den Datenschutz gehabt hätte, seitdem die die Daten von mitfahrgelegenheit.de (von BBC aufgekauft) einfach so in einer Dropbox herumlagen und prompt geklaut wurden, aber ich habe so weit darauf gehofft, dass meine Daten nicht weitergegeben werden.

Aber Überraschung!, zum 27.3.2017 aktualisiert BBC die AGB und Datenschutzerklärung – schon liest sich das etwas anders:

Datenschutzerklärung

4.3 Wir arbeiten auch eng mit Dritten zusammen, die – in den in Ziffer 4.4 beschriebenen Fällen – Empfänger Ihrer personenbezogenen Daten sein können, wie etwa:

unsere Geschäftspartner, die Plattformen sozialer Medien betreiben, und die Ihnen Verbindungsdienste von ihrer Plattform sozialer Medien aus zu unserer Plattform (wie etwa die Verbindung zu den Daten in Ihrem Profil) zur Verfügung stellen können;

unsere Geschäftspartner, die über unsere Website und unsere App für ihre Dienstleistungen werben können, für die Sie sich möglicherweise anmelden wollen; bei diesen Dienstleistungen kann es sich um mit unseren Dienstleistungen in Verbindung stehende Dienstleistungen wie etwa Versicherungs- oder Bankdienstleistungen oder Vermietungen handeln;

unsere Geschäftspartner, die möglicherweise auf ihrer Website für unsere Dienstleistungen werben;

unsere Subunternehmer zur Erbringung von technischen, Zahlungs- und Lieferdienstleistungen, Lieferanten von Analysedienstleistungen oder Kreditauskunfteien.”

In anderen Worten: Wenn man den Änderungen nicht ausdrücklich widerspricht, können also alle persönlichen Daten incl. Kontodaten, Telefonummer, E-Mail etc. bei Hinz und Kunz landen, ohne dass Sie darüber informiert werden.

Bei dieser Gelegenheit ist BBC vermutlich auch eingefallen, dass man noch mehr Daten abgreifen könnte:

“Rechtliches (AGB)

8.2. Verpflichtungen der Fahrer
Bei der Nutzung der Plattform als Fahrer verpflichten Sie sich weiterhin zu Folgendem:

(viii) BlaBlaCar oder jedem Mitfahrer auf Nachfrage Ihre Fahrerlaubnis, Ihren Fahrzeugschein, Ihre Versicherungsbescheinigung, Ihre TÜV-Bescheinigung und jegliches Dokument zu übermitteln, das Ihre Fähigkeit zur Benutzung des Fahrzeugs als Fahrer auf der Plattform nachweist;”

Hallo? Wer würde denn ernsthaft seine gesammelten Dokumente an BBC übermitteln?

Und falls Sie übrigens denken, dass Sie immer noch frei bestimmen können, wenn Sie da eigentlich mitnehmen – ne. Weit gefehlt:

“Rechtliches (AGB)

8.2. Verpflichtungen der Fahrer
Bei der Nutzung der Plattform als Fahrer verpflichten Sie sich weiterhin zu Folgendem:

(xvii) keinerlei Buchung basierend auf der Rasse, der Hautfarbe, der Volkszugehörigkeit, der Herkunft, der Religion, der sexuellen Orientierung, des Personenstandes, einer Behinderung, des äußeren Erscheinungsbildes, des Personenstandes, einer Schwangerschaft, der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, des Namens, des Wohnortes, der Gesundheit, der politischen Einstellung oder des Alters abzulehnen.”

Man könnte auch sagen: Bei BBC geben Sie sämtliche Rechte ab. Punkt.

Nun könnte langsam der Verdacht aufkommen, dass das tolle Geschäftsmodell von BBC nicht ganz so gut läuft wie erwartet. Ob deswegen das Interesse an der Konkurrenz erwacht ist?

Mir fehlen langsam ein wenig die Worte, aber mein Vertrauen in BBC tendiert gegen NULL.

Leute, wacht auf! BBC hat nichts mehr mit der ursprünglichen Idee des Mitfahrens gemeinsam: Die Fahrer sind bessere, billige Angestellte und Mitfahrer können froh sein, wenn sie dort überhaupt noch einen Fahrer finden. Interessanterweise zahlen übrigens tatsächlich die Fahrer drauf – denn um mit der Konkurrenz noch einigermaßen mithalten zu können, mussten sie ihre Preise senken (was auch vom BBC-System so vorgegeben wird).

Spätestens seit der neuen Datenschutzerklärung ist für mich klar: Bye, bye, BlaBlaCar!

Möchten auch Sie der Änderung der allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärung widersprechen?
Dann müssen Sie erst mal eine E-Mail-Adresse finden! Nicht so einfach 😉

Nun, ich helfe gerne aus: support@blablacar.com

Musterschreiben

Betreff: Widerspruch gegen die Änderung der allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärung

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie haben mir mit E-Mail vom (Datum eintragen) eine Änderung der allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärung mitgeteilt.
Mit dieser Änderung bin ich nicht einverstanden. Sie hatten mir eine Frist zur
Ablehnung bis zum 27.3.2017 gesetzt. Daher widerspreche ich dieser Änderung
fristgerecht.

Mit freundlichen Grüßen


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