Remus

Lieber Remus,

Ich habe Dich im Dezember 2010 aus dem Tierheim geholt. Du warst gerade 8 Wochen alt und die anstrengendste kleine Katze, die ich je erlebt habe. Ich war oft mit meiner Weisheit am Ende, weil Du alles kaputt gemacht hast – nicht, weil Du bösartig warst, sondern weil Du immer wissen wolltest, was Du mit Deinen kleinen Pfoten noch so anstellen kannst.

Die größte Überraschung folgte, als Du 3 Monate alt warst und Dir plötzlich eine Frisur gewachsen ist. Wir staunten alle sehr, als sich herausstellte, dass Du ein Maine Coon bist, aber es erklärte viel. Und eines ist sicher: Du warst das schönste Tier, das ich je gesehen habe. Ein kleines Wattewölkchen, ein samtweicher Kater, ein kuscheliges Schmusemonster. Ich fluchte jeden Tag über die weißen Haare, die ich überall finden konnte – und vermutlich noch die nächsten Monate finden werde.

Als der erste epileptische Anfall kam, bin ich sehr erschrocken. Aber Du warst eben eine besondere Laune der Natur und besondere Kater haben auch besondere Fehler. Ich lernte damit zu leben, aber mir war immer klar, dass Du nicht besonders alt werden würdest.

Fast 7 Jahre lang durftest Du dann doch bei mir sein und Du warst mein absoluter Herzenskater: Immer fröhlich, gut gelaunt, liebevoll, neugierig und anhänglich. Die meiste Zeit hast Du auf meinem Schoss verbracht und ich wusste, dass Dein kleines Herz nur mir gehört. Ich wusste aber auch, dass dieses Herz nicht sehr stark war.

Jetzt bist Du gegangen.

Es ist leer ohne Dich. Und still. Und ich vermisse Dich unendlich.

Auf Wiedersehen, Remolino.



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