Das Dilemma

Es gibt wenig auf der Welt, das ich mehr liebe als Manti:

Manti, das sind vegetarische Teigtaschen, mit türkischem Joghurt, Blattspinat und Minze – zumindest in der eindeutschten, Konstanzer Version, denn in der Türkei sind Manti – nun ja, etwas anderes 😉 Egal, man kann mich mit wenig hinter dem Ofen vorlocken, aber mit Manti: Immer!

Das Problem an der Sache: Ich bin laktoseintolerant und Manti bzw. die Sauce bekommen mir absolut nicht. Die eine Lösung ist, darauf zu verzichten, was mir schwer fällt – oder entsprechende Tabletten nehmen, davor natürlich. Oder auch einfach: Augen zu und durch. Sie sehen das Dilemma.

Nun ist das natürlich Jammern auf hohem Niveau, aber leider zieht sich dieses Dilemma durch mein ganzes Leben. Ich stehe so ziemlich auf alles, was mir nicht bekommt und mein Vertrauensarzt weiß langsam schon nicht mehr, weswegen er am meisten meckern soll. Letzte Woche ist ihm dann ordentlich der Geduldsfaden gerissen und er hat neue Regeln aufgestellt. Auf einem Blatt Papier, säuberlich aufgelistet. Hm ja.

Ich hab’s durchgelesen, immerhin. Aber was soll ich machen? Hätte ich mal besser die Finger von allem gelassen, was mir Freude bereitet hat, denke ich nun. Denn wahrscheinlich wäre dann der Windpocken-Virus nicht ausgebrochen und ich könnte die Liste einfach in den Müll werfen. (Gut, hab ich auch so gemacht, aber nicht verraten!)

Ja, danke, ich weiß, dass ich gegen Katzen allergisch bin. Hätte ich Remus nicht geholt, wäre ich nicht so traurig gewesen, nachdem er gegangen ist. Hätte ich mich nicht in den falschen Mann verliebt, wäre mir auch viel erspart geblieben. Und hätte ich mir das Oktoberfest bzw. die paar Maß Bier geschenkt, wäre es auch besser gewesen. Hätte, hätte, Fahrradkette…

Ab jetzt versuche ich, mich zu bessern. Wirklich. Ich habe einen neuen Kalender und trage dort alles ein, was ich mache, esse und trinke, ich halte mich von allem fern, was mir nicht bekommt und umgebe mich nur noch mit Menschen, die mich glücklich machen – aber die Katze, die bleibt.

Und darauf – ein Glas Champagner, denn den darf ich immerhin noch! Santé 😉

 

 

 

 



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